ZWEIER-ERÖFFNUNGEN IM FORUM D Plus (ähnlich BENJAMIN-TWOS)
Willi Clarenbach
1. ÜBERSICHT
Im FORUM D-Grundsystem wurden 2 Karo, 2 Coeur und 2
Pik als starke 2er-Eröffnungen mit mindestens 6 Karten in der eröffneten Farbe
und i.a. mehr als 20 FL-Punkten gespielt. Die Eröffnung mit 2 Treff war die stärkste überhaupt und war partieforcierend.
Da solche starken Eröffnungen nur sehr selten, 6er-Längen in Coeur oder Pik mit
schwachen Blättern unterhalb von Eröffnungsstärke jedoch vergleichsweise häufig
vorkommen, bedeuten 2 Coeur und 2 Pik nun schwache 2er-Eröffnungen bzw.
sogenannte „weak twos“. Als Ersatz für alle starken, semiforcierenden Eröffnungen
gilt nun 2 Treff, während 2 Karo partieforcierenden Blättern
vorbehalten bleibt. Es ergibt sich folgendes Schema:
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Eröffnung |
Bedeutung, Anforderung |
Bemerkung |
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2 SA |
20-21 FL-Punkte, gegenüber Grundsystem um einen 1
FL ermäßigt. 22-23 FL werden nach einer 2 Treff-Eröffnung durch späteres 2 SA
gezeigt. Punktunterschiede bei Stayman und quantitativen Hebungen beachten! |
Diese Änderung erweitert die Reizmöglichkeit von 2
SA-Blättern auf zwei mögliche Bereiche. |
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6er-Länge unterhalb von Eröffnungsstärke, d. h.
etwa 6-10 F-Punkte. In der langen Farbe sollten mind. 3 F-Punkte bzw. 2
Figuren sein. Die Hand sollte keine andere Oberfarbe zu viert und keine
andere Unterfarbe zu fünft enthalten. Es sollen auch keine Chicane oder 2
Verteidigungsstiche in den Nebenfarben vorhanden sein. |
Diese Eröffnungen haben den Charakter kleiner Sperransagen,
da sie dem Gegner Bietraum wegnehmen. Vorsicht bei der Weiterreizung, da in
den anderen Farben nicht viel da sein kann. Alertieren! |
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Diese Eröffnung wird mit allen Händen unabhängig
von der Verteilung ab 24 FL-Punkten gemacht, oder wenn dem Eröffner alleine
genau ein Stich zum Vollspiel fehlt (9 Stiche in einer Oberfarbe und 10
Stiche in einer Unterfarbe). |
Diese künstliche Eröffnung erfordert einen Punkt
mehr als die frühere 2 Treff-Eröffnung des FORUM
D-Grundsystems. Alertieren! |
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Hierbei handelt es sich um ein beliebiges Semiforcing,
das für mindestens eine Runde forciert. Die Eröffnung kann verschiedene
Bedeutungen haben: l Starker Einfärber (6+) mit 20-23 FL oder (5+) mit 22-23 FL bzw.
8-8,5 Spielstichen in einer Oberfarbe und 8½-9½ Spielstiche in einer Unterfarbe.
Eine andere 4er-Unterfarbe ist erlaubt. l SA mit 22-23 FL (siehe oben) l starker Oberfarben-Zweifärber mit mind. 5-5 in guten Farben, 18-21
F-Punkten und nur 3-4 Losern. l 5er-Oberfarbe mit 22-23 FL (andere Oberfarbe nicht zu viert). |
Soweit es sich um Einfärber handelt, können diese
auch in Unterfarbe sein. Da 2 Treff nicht mehr die stärkste Ansage ist,
alertieren nicht vergessen! |
2. SCHWACHE 2 COEUR / 2 PIK-ERÖFFNUNGEN (WEAK TWO IN DEN OBERFARBEN)
2.1 SYSTEMBESCHRÄNKUNGEN AUF CLUBEBENE
Für alle Regelkundigen oder solche die es werden
wollen, sei an dieser Stelle auf die Mindestanforderungen an eine schwache
Zweier-Eröffnung bei Clubturnieren der Systemkategorie C (nicht jedoch bei
Systemkategorie B) hingewiesen. Gemäß der Turnierordnung 2000 (gültig ab
1.12.2000), Anhang B, ZsuK, gelten folgende Bedingungen:
Grundsätzlich kann ein Blatt mit schwachen 2 Coeur
oder 2 Pik eröffnet werden, wenn
a) nicht mehr als 10 Figurenpunkte (10 F) enthalten sind und
b1) die Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben plus die Anzahl der F-Punkte mindestens 18 ergibt (18er-Regel) oder
b2) die eröffnete Farbe eine
5er-Länge ist und drei Karten aus A, K, D, B, 10 beinhaltet oder
b3) die eröffnete Farbe eine
6er-Länge ist und drei Karten aus A, K, D, B, 10, 9 beinhaltet oder
b4) die eröffnete Farbe eine
6er-Länge ist und zwei Karten aus A, K, D, B beinhaltet oder
b5) die eröffnete Farbe eine beliebige 7er-Länge
ist.
Während diese Bedingungen bei normalen Eröffnungen
fast nie eine Rolle spielen, muss man bei schwachen Zweier-Eröffnungen doch ein
Auge darauf haben (auch bei gegnerischen Eröffnungen). So genügt z. B. eine
Eröffnung von 2 Coeur nicht den Anforderungen von C, wenn die 18er-Regel nicht
erfüllt ist und die einzige Figur einer 6er-Länge nur ein Bube ist.
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1 |
ª A K B 9 7 6 |
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2 |
ª K 8 7
6 5 4 |
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3 |
ª B 9 8
6 5 3 |
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Blatt genügt sowohl der 18er-Regel
(b1) als auch der Regel (b2) und kann daher mit 2 Pik eröffnet werden. |
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Blatt genügt weder der 18er-Regel
(b1) noch den Regeln (b3) oder (b4) und kann daher nicht mit 2 Pik aufgemacht
werden. |
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Blatt genügt keiner der vorgeschriebenen
Regeln und kann daher nicht eröffnet werden. |
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2.2 UNGEEIGNETE BLÄTTER FÜR SCHWACHE ZWEIER-ERÖFFNUNGEN
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1 |
ª A D 8
7 6 3 |
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2 |
ª 4 |
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3 |
ª D 10 9 8 6 3 |
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Ungeeignet
durch zweite |
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Ungeeignet
durch zweite |
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Ungeeignet durch zwei Verteidigungsstiche
in den Nebenfarben. |
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2.3 PARTNERANTWWORTEN
Es
gilt folgendes Schema für das Partnergebot:
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Partnergebot nach 2 ©/2ª |
Bedeutung |
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Eine Farbhebung ist in jedem Fall ein Abschlussgebot
und fordert den Eröffner zum Passen auf. Die Hebung soll die Sperre
insbesondere nach einer gegnerischen Intervention verlängern und kann daher
einen präventiven Charakter haben. Die Hebung ins Vollspiel kann mit starken
(ca. 17-19 FV) oder schwachen Blättern erfolgen. |
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Ein Farbwechsel ist rundenforcierend mit
einer guten 6er-Länge und 16+FL-Punkten. Der Farbwechsel lässt einen Misfit
vermuten. Mit zwei Karten in einer der 6er-Längen könnte ein Fit bestätigt
werden. |
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Abschlussgebot zum Spielen. Eröffner muss passen, da ein
Oberfarbenfit nicht gefunden wurde. Die Nebenfarben sollten vom Partner
gedeckt sein. Wegen Übergangsschwierigkeiten ist die Eröffnerfarbe nicht
immer zu verwerten. |
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Forcierendes Gebot ab 15 FV oder 15 FL zur Untersuchung
von Vollspiel- und Schlemm-Möglichkeiten. Bietet der Partner anschließend 3
SA, hat er in der Eröffnerfarbe nur ein Double. Für den Eröffner bieten sich
folgende Möglichkeiten für sein zweites Gebot: |
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Wiedergebot des Eröffners l Wiederholung der Oberfarbe l neue Farbe auf 3er-Stufe l 3 SA l neue Farbe auf 4er-Stufe l 4 Pik (Eröffnerfarbe) l 4 Coeur (Eröffnerfarbe) |
Bedeutung zeigt Minimum, nicht forcierend! mehr als Minimum, Werte (As, König) in der neuen
Farbe, jedoch nicht unbedingt Länge. Maximum (10-11 FL) ohne Single, verteilte Werte in
den Nebenfarben Maximum, Single
in dieser gereizten Farbe, kein As oder König in den benachbarten Farben Maximum, kein Single, gute Trümpfe Maximum, Single in Pik, gute Trümpfe |
2.4 PARTNERANTWORTEN NACH GEGNERISCHER ZWISCHENREIZUNG
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Wenn nach
der weak-two-Eröffnung der Gegner in zweiter Hand zwischengereizt hat: |
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Partnergebot |
Bedeutung |
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Farbhebung |
unverändert präventiv (ggf. bis Vollspiel) |
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2 SA |
unverändert Forcing |
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3 SA |
unverändert zum Spielen |
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neue Farbe |
nicht mehr forcierend |
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neue Farbe im Sprung |
gute Farbe und außerdem Fit in Eröffnerfarbe
(Fit-Sprung) |
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Kontra |
Strafkontra |
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Rekontra |
Interesse an Strafkontra |
2.5 BEISPIELE FÜR WEITERREIZUNGEN
Bei mittleren Blättern im Bereich von Eröffnungsstärke
(beide Parteien haben ungefähr gleich viele Punkte) kann es günstiger sein,
zunächst zu passen und dann nach einer eventuellen Gegenreizung in Abhängigkeit
von der Gefahrenlage die Situation neu zu überdenken. Dabei sollte man dem
Eröffner nicht mehr als 5-6 eigene Stiche zutrauen, von denen vermutlich
höchstens einer außerhalb der Trumpffarbe zu suchen sein wird.
Für die folgenden Beispiele von Partner-Händen sei
angenommen, dass gemäß (a) eröffnet wurde und keine gegnerische Zwischenreizung
erfolgte. (b) zeigt das Partner-Gebot.
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1 |
ª A K B
10 7 6 |
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2 |
ª A D B |
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3 |
ª D 4 2 |
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a) 2 Coeur b) 2 Pik, 6er-Länge mit |
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a) 2 Coeur |
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a) 2 Pik |
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4 |
ª B 9 6 3 |
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5 |
ª 7 |
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6 |
ª K 10 |
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a) 2 Pik |
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a) 2 Coeur |
|
a) 2 Pik |
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2.6 EINIGE KOMPLETTBEISPIELE
Eröffner Partner
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1 |
ª K D 9
8 7 4 |
ª A 3 2 |
2 Pik |
passe |
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2 |
ª D 6 |
ª K B 10 8 5 |
2 Coeur |
2 Pik |
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3 |
ª A D B
7 6 4 |
ª 8 |
2 Pik |
2 SA |
|
4 |
ª 9 8 |
ª K D |